• vor_dem_Stonemanbus

Die Reise ins Ich, oder der reale Teamgeist

von Armin Radtke

Ich weiß eigentlich überhaupt nicht mehr wie die Idee entstanden ist. Eigentlich sollte es anders werden, dass ist aber eine andere Geschichte. Es war wohl bestimmt wieder wie immer, beim Bier hat Jeder damit geprahlt wie viele Höhenmeter er schon mit seinem Rennrad an einem Tag gefahren ist.
Da sagte Olli nur zwei Worte Stoneman-Road .

Die Sache war beschlossen und wir wollten es unbedingt durchziehen. Diese Stoneman- Geschichte ist schon abgefahren und ich finde es trifft den Zeitgeist voll und ganz. Wer sich informieren möchte kann bitte auf der Homepage www.stoneman.it nachsehen.
Die nackten Zahlen und Fakten waren für mich Durchschnittsradler schon Angst einflößend, 9 Pässe, 4700hm und 193km an einem Tag. Oh man, was eine Schinderei.

Wir beschlossen die Sache im September zu machen, angeblich das beste Wetter in den Alpen. Sollte sich später noch als Fehler erweisen. Wir das waren anfangs nur Olli und ich, später kam dann noch Sebastian dazu (er war noch nie mit dem Rad in Alpen unterwegs). Die Erkenntnis ohne gezieltes Training wird das nichts kam ziemlich früh.
Es musste ein Trainingsplan her. Anfangs haben wir uns verrannt und unendlich lange Trainingseinheiten, selbst im Winter gefahren. Mir sind da fast die Füsse verfroren.
Nach einer gemeinsamen Fahrt im Frühjahr mit Lars M. mussten wir umdenken. Nicht die Dauer ist entscheidend, sondern die Form der Grundausdauer. Am Ende zählt nur, wie lange kann man auf einem bestimmten Niveau radfahren. Alles andere fügt sich.

Ok kommen wir zur Tour. Es war für mich wirklich eine Reise ins Ich!
Wir sind um 6:00 Uhr losgefahren, bis Toblach geht es schön bergab mit Tempo.
Dann biegt man rechts ab und fährt den 1. Pass (Cimabanche) bis Cortina d Àmpezzo. Er ist eigentlich ganz entspannt. Oder lag es einfach am morgentlichen Adrenalin?

In Cortina geht es dann hoch zum ersten richtigen Pass den Falzarego. Er ist gut zu fahren, ohne extrem steile Passagen. Oben hatten wir auch Kaiserwetter mit einem grandiosen Ausblick. Die Abfahrt war schön flüssig.

Der dann folgende Pass Santa Lucia war kurz und steil, aber immer noch gut zu fahren.
Er stimmte uns auf den zweit höhsten Pass den Giau ein. Diese hatte dann wirklich in sich, nicht nur die Steilheit nein auch der Verkehr bergauf waren wirklich grauenhaft.
Es wollte wirklich jeder Moped- und Cabriofahrer auf den Gipfel auf Grund der schlechten Wetterprognose für das Wochenende. Sehr zu unserem Leidwesen. Ich habe wirklich nie was gegen Mopedfahrer gehabt, aber an diesen Tag hätte ich alle Mopeds dieser Welt verboten. Oben haben wir uns dann mit Getränken versorgt, bitte nicht nach dem Preis fragen.
Die Abfahrt war wirklich ein Genuss! Leute wenn ihr die Gelegenheit habt, fahrt hoch und vor allem runter! Es kommt eine 180° Kehre nach der Anderen.
Dann kam der Moment den Niemand braucht, wenn man sich so lange auf etwas vorbereitet hat. Ich bin immer vor gefahren und habe dann auf der Hälfte auf meine beiden Mitfahrer gewartet. Kurz nach dem ich wieder vorweg fuhr geschah es!
In einer Rechtskehre kam mir ein Cabrio entgegen auf meiner Fahrbahnseite (war dort sehr breit).
Mit dem zeitlichen Abstand muss ich sagen, ja ich war viel zu schnell. Aber! Aber im Soll des Möglichen und ich kann nicht viel, aber abfahren mit dem Rennrad schon. Musste ich auch in meiner aktiven Zeit lernen, da ich leider nur ein mäßiger Kletterer bin.
Ja und dann ging es ganz schnell, er bremst und zieht nach rechts ich bremse vorn spontan an in extremer Schräglage. Wie soll es auch sein, weggerutscht und Glück gehabt nur Abschürfungen. Leider aber auch das Schaltauge gebrochen. Ende der Tour?
Ich saß am Straßenrand und hätte oder habe geheult. Am aller schlimmsten aber war, die Leute sind einfach weiter gefahren!!! A........!
Meine Mitstreiter schalteten dann blitzschnell! Sie haben dann per Handy in Cortina einen Bikeladen ausfindig gemacht und ein Rad geliehen. Ein vorbei fahrender Deutscher in seinem Geländewagen hielt spontan an und nahm mich mit runter nach Cortina (es gibt sie noch die selbstlosen guten Menschen).

Gallerie zum Bericht:

  • StonemanRoad.pdf-001
  • vor_dem_Stonemanbus

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