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117 Runden durch den StöffelPark

von Lars Meier

Also ich mag ihn ja. Diesen besonderen Flair eines 24 - Stunden Events, die Partystimmung im Fahrerlager, die Rennfahrerei in der Nacht, den Moment wenn die Sonne wieder aufgeht, den Rhythmus aus fahren, essen, kurz die Beine hoch legen, Zwischenergebnisse checken, Kette ölen und wieder zurück in die Wechselzone und auf die Teamkollegin warten.

Da Günther, Tobias und Melanie das ähnlich sehen haben wir uns entschlossen als 4'er Mixed Team beim Stöffel Race zu starten. Der Stöffel - Park ist ein Bergbau Gelände wo seit dem 19. Jahrhundert Basalt abgebaut wird. Die Rennstrecke führte über einen ca 3,5km langen Rundkurs mit ca 70 Höhenmetern über das Gelände und zwischen, teilweise sogar durch die alten Förderanlagen und Montagehallen hindurch. Eine 80 -Meter Schotterrampe mit 17% Steigung rundet das Gesamtbild ab

Mella, Günther und Tobi fuhren die kompletten 24 Stunden so, das sie sich immer nach zwei Runden ablösen ließen. Da ich nicht die komplette Nacht durchfahren wollte wählte ich eine etwas andere Strategie. Ich fuhr drei Runden am Stück und gönnte mir zwischen halb zwei und vier Uhr Morgens ein kleines bisschen Schlaf.

Zum Rennen:

Nach der neutralisierten, sehr schnellen Startrunde zog sich das Feld schon weit auseinander. Gruppen bildeten sich, wahrscheinlich wegen der kurzen, sehr flowigen Streckencharakteristik, nicht. Jeder fuhr die meiste Zeit über für sich. Allerdings fuhren sich die Bremszonen schon nach wenigen Stunden so stark aus, das ständig neue oder größere Löcher auf der Ideallinie entstanden. Versuche eine andere Linie zu fahren endeten wegen dem vielen losen Schotter der sich dort sammelte meist im Bewuchs neben der Strecke. Auch die Temperatur machte uns sehr zu schaffen, in einigen (meist kurzen, aber dafür um so steileren) Anstiegen stand quasi die Luft und der Schweiß lief nur so aus einem heraus. Gut das wir ein schönes, schattiges (und sogar möbliertes) Plätzchen für unser DDMC-Lager gefunden hatten.

So langsam aber sicher festigten sich auch die Positionen im Gesamtranking. Wir hatten einen soliden 2. Platz inne und der Vorsprung hätte sogar gereicht um eine Panne oder Ausfall zu kompensieren. Leider verloren wir aber auch auf das Führungsteam 'Gute N8' - ein Team was sich auf 24h Rennen spezialisiert hat, daher der Name- immer so ein bis drei Minuten pro Stunde. So gingen die ersten Stunden relativ schnell rum, wir waren bester Dinge und jeder freute sich auf seinen nächsten Einsatz. Doch dann wurde es dunkel...

Die Nacht:

Mit Rücklicht und einer guten Helmlampe bewaffnet stand ich in der Wechselzone und wartete darauf das Melanie einrollte und ich los konnte. Aber sehen konnte ich nicht wer kam, man sah ja nur noch die Strahler. Also wechselten wir jetzt, wie alle anderen auch- auf Zuruf. Das war das kleinere Problem. Das viel größere war der Staub! Wenige Meter nach der Wechselzone kam der erste schnelle Trail. Ich folgte vier weiteren Fahrern in die Abfahrt und sah plötzlich außer dem blinkenden Rücklicht meines Vordermanns gar nichts mehr. Sicht wie bei einem Formel 1 Rennen im Regen. Wer schon mal mit Helmlampe bei Nebel oder Schneetreiben im Dunkeln gefahren ist weiß was ich meine. Dadurch das die Lampe fast auf Augenhöhe ist reflektiert alles was so durch die Luft fliegt sehr stark direkt ins Auge zurück. Ich habe die vier danach schnellstmöglich überholt und hatte dann auch bessere Sicht, aber richtig gut war sie nie, da kein Wind wehte und eine "Staubglocke" über der ganzen Strecke lag. Wir schafften es trotzdem alle sturzfrei und ohne Platten durch die Nacht zu kommen.

Das letzte Drittel:

Der morgen brach an und das Tageslicht brachte neue Motivation und ließ auch die Rundenzeiten wieder deutlich besser werden. Am Ranking hatte sich über Nacht nichts geändert, die Bremszonen in den Abfahrten waren total zerbombt, im Fahrerlager dröhnte Musik von Metallica und Rammstein, überall lagen welche rum und schliefen, teilweise sogar im Sitzen, das Klopapier war alle und über allem was an Fahrzeugen und Zelten an der Strecke stand lag eine dicke Staubschicht. Langsam machte sich auch die Müdigkeit und das eine oder andere Wehwehchen recht deutlich bemerkbar. So fuhren wir weiter bis die Uhr auf null zurückgezählt hatte und freuten uns über einen verdienten zweiten Platz.

Fazit:

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, wir hatten alle eine Menge Spaß, nette Nachbarn im Fahrerlager (wenn auch leicht verrückt), ein super Event auf einem interessanten Gelände bei Wetter, wie es besser nicht sein könnte und am Ende war auch noch ein zweiter Platz und eine Siegertrophäe (ein Basaltstein) für alle mit drin. Daumen hoch!!!

Ergebnis in der Altersklasse: 2

Ergebnis in der Gesamtwertung: 2

Gallerie zum Rennbericht:

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