• 24h_Nortorf

Das erste Mal 24 Stunden

von Christian Timmermann

Am 16. Juli war es soweit: Mein erstes 24 Stunden Rennen sollte stattfinden. Wie bereitet man sich auf sowas vor? Keine Ahnung! Das Längste, das ich bis dahin gefahren bin, war die große Weserrunde mit Jens im letzten Jahr. Also mit der Devise: Wenn 300km gehen, dann gehen auch 400km am Freitag Nachmittag auf dem Weg nach Nortorf, den geographischen Mittelpunkt von Schleswig-Holstein gemacht.

Der Wetterbericht änderte sich im Vorfeld täglich, meistens war jedoch irgendwann Regen angesagt. So nahm ich am Material so ziemlich alles mit, was ich hatte: Sommertrikots, Wintertrikot, Windwesten, mehre Hosen, Armlinge, Beinlinge, 2 Paar Schuhe, 2 Regenjacken, Regenhose, Schutzblech... Man weiss ja nicht, was in den 24h so alles passiert.

In Nortorf angekommen, erstmal das Hotelzimmer bezogen. Dann noch kurz was gegessen und ab in Bett. Ich wollte am nächsten Tag ja ausgeschlafen sein. Einschlafen klappte natürlich nicht. Die Aufregung, was wird alles passieren? Kann ich so lange auf dem Rad sitzen? Schlafe ich beim Fahren ein? Wie wird das Wetter? Irgendwann dann doch eingeschlafen. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück zum Start gefahren und die Startunterlagen und den Transponder abgeholt. Das Fahrrad ausgepackt und auf dem Start gewartet. Das Wetter war fast optimal. Leicht bewölkt und nicht zu warm. Leider war es windig, aber das ist hier oben ja nicht anders zu erwarten. Der Start erfolgte zunächst neutralisiert bis zum Ortsausgang. Dann ging es los. Wie teilt man sich ein 24h-Rennen ein? Wie schnell kann man fahren? Also erstmal langsam anfangen und zu schnelle Gruppen lieber fahren lassen, als im Windschatten hinterher zu hecheln.
Nach der ersten Runde kam dann auch schon die erste Verpflegung:
Hier ist der Veranstalter RSG-Mittelpunkt unübertroffen. Besser bin ich bisher auf keiner Veranstaltung verpflegt worden. Es gab alles, egal ob süss oder herzhaft, ab mittag dann auch warm und nachts dann noch Suppe. Also erstmal angehalten und das 2. Frühstück eingenommen. Nach der dritten Runde habe ich mich dann dafür entschieden, nur noch jede 2. Runde anzuhalten. Das hätte sonst mein Magen dann doch nicht verkraftet. So lief es dann bis 16:00 Uhr ganz gut. Ich hatte mittlerweile entschieden, dass 500km zu schaffen sind. Es fing dann leider an zu regnen. Ich hatte zwar die Regenjacke mit, aber die Überschuhe lagen im Auto, so dass die Schuhe durch waren und ich den Rest der Veranstaltung nasse Füße hatte. So gegen 19:00 hatte ich dann meinen ersten Platten nach ca. 4000 pannenfreien Kilometern mit Tubeless auf dem Rennrad. Wenn das Rad stand und das Loch unten war, dichtete die Milch das Loch, wenn sich das Rad drehte, dann spritze die Milch raus. Half also nichts, es musste ein Schlauch eingezogen werden und mit meiner letzten CO2-Patrone aufgepumpt werden. Schuld am Platten war wohl der Splitt auf dem Radweg, so dass ich entschied, ab jetzt doch wieder über die im diesen Bereich extrem schlechte Straße zu fahren. So lief es dann auch ein paar Runden super.
Aufgrund des Regens standen dann schon einige Mitfahrer abends frisch geduscht im Zielbereich und hatten das Fahren für den Tag eingestellt.
Ich war zwischenzeitlich auch mit einer Gruppe unterwegs, die ein ziemlich gutes Tempo fuhr. Nur leider fuhr diese Gruppe wieder über den Radweg, so dass ich mir den 2. Platten fuhr. Also erstmal wieder einen neuen Schlauch reingezogen und leider keine CO2-Patrone mehr mit. Ich wollte mir gerade eine Pumpe ausleihen, da kam auch schon das Service-Mobil vom RSG angefahren. Mit der Standpumpe war der Reifen schnell gefüllt und die Fahrt ging weiter. Nun stellte sich langsam die Frage, ob ich komplett durchfahre oder 2 Stunden Pause mache. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich mich dazu motivieren konnte, nach 2 Stunden wieder aufzustehen und weiterzufahren. Also entschied ich mich für durchfahren. Der Wind hatte aufgehört, dafür war nun Nebel aufgezogen. Durch die Luftfeuchtigkeit waren die Klamotten alle nass. Nach einer etwas längeren Pause war ich total durchgefroren. Von da ab gab es nur noch kurze Pausen mit einer warmen Suppe. Irgendwann in der Nacht hatte ich auch meinen 3. Platten. Diesmal kurz nach dem Ortsausgang Nortorf, so dass ich noch umdrehen konnte und am Service-Stand einen neuen Mantel und Schlauch aufziehen ließ. Der Preis war echt fair. Ich war nicht der Einzige mit Platten, andere hatten bis zu 5 Platten. Der Splitt auf dem Radweg war wohl echt scharfkantig.
Mit dem neuen Mantel ging es dann pannenfrei weiter bis zum Morgen. Der kleine Hügel auf der Strecke war mittlerweile zu einem gewaltigen Bergmassiv angewachsen, das fast schon nach dem kleinen Kettenblatt verlangte.
Da ich gegen 8:30 Uhr meine 500km voll hatte, das Garmin abgestürzt ist und ich zwei Tage später auch noch zum Mt. Ventoux wollt, habe ich auf die letzte Runde verzichtet und bin ins Hotel gefahren. Dort geduscht und ab in Bett.

Es war auf jeden Fall eine super Veranstaltung. Ich bin 18 Runden gefahren. Ich denke ohne die Platten wären 19 Runden locker möglich gewesen. Mit etwas kürzeren Verpflegungspausen (das wird schwer!) sind bestimmt auch 20 Runden machbar. Also im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.
Das Wichtigste: Es gab auch noch 10 Punkte für die Wertungskarte!!

Ergebnis in der Altersklasse: 14

Ergebnis in der Gesamtwertung: 44

Gallerie zum Rennbericht:

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