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Wenn Puderzucker zur Verzweiflung führt

von Sabrina Messerschmidt

Saisonziel erreicht, bezwungen und Spaß gehabt.
Vor etwa 2 Monaten kam ich auf die Idee, an dem 24 Stunden Rennen bei Rad am Ring am Nürburgring auf dem Mountainbike teilzunehmen.

Schnell hatte ich Antje von meiner Schnapsidee überzeugt und nachdem wir mit Marion und Armin zwei weitere „Verrückte“ für unser Vorhaben gewinnen konnten galt es nur noch meine bis dato nicht vorhandene Trainingsform wieder zu finden. Mithilfe von meinem Personal Cheftrainer Lars gab ich also in der wenigen noch verbleibenden Zeit alles, um in Form zu kommen. Weniger, um besonders schnell zu werden, als viel mehr die 24 Stunden durchhalten zu können.
Das letzte Juliwochenende nahte und die Vorfreude stieg auch so langsam. Doch, nachdem mir bewusst wurde, was man für so ein Campingwochenende alles packen muss, hatte ich erstmal gar keine Lust mehr. Aber irgendwann war auch das erledigt und es ging los. Am Ring angekommen bezogen wir dann erstmal unsere Parzelle und richteten uns für das Wochenende ein. Die erste Nacht im Zelt seit vielen Jahren und dann unter einem Flutlichtstrahler. Mit Schlafen war da also nicht viel. Bevor der Startschuss fiel, fuhren wir den Offroadteil der Strecke zunächst gemeinsam unter Anleitung von Lars ab. Das war auch gut so, denn es gab zwei Trails, die für ein 24 Stunden Rennen nicht gerade anspruchslos waren. Doch vor dem Rennen konnte man die noch ganz gut fahren, auch wenn es schon da sehr staubig und trocken war.
Die ersten zwei Rennrunden fuhr Armin, gefolgt von Marion, Antje und schließlich mir. Die drei legt eine ganz anständige Zeit vor, sodass ich schon ein wenig im Zugzwang war. Ich klatschte mit Antje ab und los ging es. Ich trat erstmal ordentlich rein. Es hat Spaß gemacht und lief gut. Die Trails waren zwar immer noch knackig, aber alles lief gut. Nachdem ich auf die zweite Runde ging, wurde mir klar, dass die erste doch ein wenig zu schnell war, aber egal. Ich konnte mich ja gleich wieder drei Stunden ausruhen… Die Zeiten meiner Teamkollegen konnte ich fast halten. Wir fuhren unseren Turnus (je zwei Runden) sauber durch. Bei meinem zweiten Einsatz ging ich zuversichtlich und motiviert auf die Runde. Ich versuchte in der ersten Runde die Trails schön sauber zu fahren, lief nicht perfekt, aber ging. In der zweiten Runde dann das gleiche nochmal aber ein wenig schneller und dann… steil, staubig, schotterig, gebremst, gelenkt und schmauch… dumpfer Aufprall auf die Seite. Autsch! Das tat echt weh! Verdammt! Kurzer checkup: Handschuh kaputt, Hand blutig, ein paar Prellungen und das Rad…: Sattel stand quer und der neue Carbonlenker… hin (das stellte sich aber erst später raus). Tja, und nun stand ich da und bekam den Sattel nicht gerichtet. Ein netter Mitstreiter hielt jedoch an und drehte mir selbigen wieder in die richtige Richtung. Etwas benommen fuhr ich die Runde erstmal zu Ende. Doch sofort merkte ich, wie sich eine „Kopfblockade“ manifestierte, die mir die folgenden Runden sehr schwer machte. Die Trails wurden natürlich auch mit jeder Runde ausgebremster und noch loser. Irgendwann hatte man das Gefühl nur noch auf Puderzucker zu fahren. Ich hatte überhaupt keinen Grip. Die folgenden Runden zitterte ich mich die Abfahrten runter. Ich mochte mir selbst gar nicht zusehen, aber es war einfach nichts zu machen. Trotz dem (theoretischen) Wissen wie es geht, wollte es mir einfach nicht gelingen das Nötige zu tun bzw. nicht zu tun, nämlich nicht zu bremsen. Jedes mal driftete ich in nach außen in die Puderzuckerscheiße ab und landete natürlich auch noch ein weiteres mal auf der Nase. Irgendwie wurde es zum Ende hin zwar wieder ein wenig besser, aber so richtig hab ich die Blockade in meinem Kopf nicht in den Griff bekommen. Hinzu kam dann am nächsten Tag auch noch die Müdigkeit und Erschöpfung. Doch Dank Marion und Antje, die den größten Teil der Nachtschicht übernommen hatten, blieb es mir erspart viel im Dunkeln zu fahren. Die letzte Runde durfte ich übernehmen. Ich wollte zwar erst nicht (mehr), aber es hat sich doch gelohnt. Denn im Ziel wird man von den Zuschauermengen empfangen und bejubelt. Das war es dann doch wert. Aber ich war auch froh, dass ich es dann geschafft hatte. Es war eine wirklich tolle Erfahrung und unser Team war einfach nur mega! Es gab zu keiner Zeit Unstimmigkeiten. Wir haben uns alle perfekt ergänzt. Ein dickes Dankeschön an euch drei! Ihr ward super! Und wenn einer pink tragen kann, dann ist es Armin!

Ergebnis in der Altersklasse: 11.

Ergebnis in der Gesamtwertung: 34.

Gallerie zum Rennbericht:

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